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Liebeserklärung

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Mein Franken – fast eine Liebeserklärung

Ich mag diese Gegend.

Sie ist kleingliedrig strukturiert.

Die Geologie spricht vom „Fränkischen Schichtstufenland“: Erdschichten wurden bei der Entstehung des Oberrheingrabens nach Westen hin gehoben und verlaufen im Osten nach unten geneigt. Durch Erosionsprozesse sind an den westlichen Rändern stärkere Hangabfälle entstanden. Bäche und Flüsse haben sich ihren Weg gebahnt – teilweise mäandernd , teilweise in engen Tälern. Spätere Sand- oder auch Lößablagerungen in den Eiszeiten waren weiter landschaftsformend.

Hat man die steilen Hänge überwunden kommt man auf sanft-hügelige Hochebenen.

Die Landschaft ist vielfältig.

Da die einzelnen Erdschichten sich in Jahrmillionen durch Ablagerungen gebildet haben, gibt es hier z.B. im Keuper nochmals unterschiedliche Vorkommen in der Färbung, der Härte, der Reaktionsfreudigkeit mit Mineralien.

Der entstehende Boden begünstigt so bestimmte Vegetationsformen. Der Mensch hat in Jahrhunderten daraus Kulturland geformt und ist damit oft recht klug umgegangen. Es sind kleinräumige bäuerliche Wirtschaftsbetriebe entstanden: Hutanger, Streuobstwiesen, von Hecken bewachsene Lesesteinwälle, weite Hangbuchenwälder, Talauen kann man oft noch sehen, denn die gesichtslose Flurbereinigungsorgie der 60-er und 70-er Jahre konnte nicht überall zuschlagen. Besonders Hänge und engere Täler wurden verschont.

Die Vielfalt zeigt sich dann auch in den Baumaterialien der Anwesen. Meist benutze man Gestein, das es in der Nähe gab – es war dann oft stilbildend. Der gelbliche oder gräuliche Sandstein der Maingegend unterscheidet sich stark vom rötlich-braunen in Mittelfranken. Im Freilandmuseum Bad Windsheim kann man die verschiedensten  Regionen Frankens auch unter diesem Aspekt erkunden.

Die Gegend ist geschichtsträchtig.

An Kreuzungspunkten von wichtigen europäischen Handelswegen gelegen, beherrscht  von freien Reichsstädten und kleineren oder größeren Fürstentümern wurden  hier eine Menge an Burgen, Schlössern, Ensembles und auch Landschaftsteile konstruiert. Einiges ist erhalten und erzählt so seine Geschichten der Machtkämpfe, des Verfalls und des Wandels.

Zu verfolgen sind hier die verschiedensten Epochen und ihre stilbildenden Merkmale mit geschichtlich begründeten Unterschieden: Man betrachte nur den hinterlassenen Pomp der Fürstbischöfe in Mainfranken, den trutzigen Aufbau von Orten in der Oberpfalz oder die Nachahmungen des Bürgertums auf einem Bauernhof im Knoblauchsland. Nicht zu vergessen die unvollendete Orgie der bombastischen Gewaltarchitektur der NS-Zeit.

Interessant  ist auch, wie neuere Architektur hier integrativ vorgehen kann – oder auch versagt. Positiv sei hier z.B. erwähnt der Anbau an die Pfalz in Forchheim oder die Erweiterung der Siebenbogenbrücke in Fürth.

Vieles ist natürlich auch strukturell zerstört worden und ist weiter in Gefahr geopfert zu werden. Nächstliegendes Beispiel ist der ständige Ausbau der Infrastruktur des Nürnberger Flughafens. Ob hier das Rad überdreht wird, wie ich prognostiziere, wird sich zeigen…. und die Zeche zahlt die nächste Generation .

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